Behandlung

Das ganze Spektrum der Möglichkeiten: Im PZNW bieten wir alle anerkannten Therapieverfahren an – von den strahlentherapeutischen Verfahren über die Brachytherapie bis zum minimal-invasiven roboterassistierten Eingriff mit dem da Vinci-System:

» Roboter-assistierte Prostatektomie

» Brachytherapie

» Äußere Bestrahlung

» HIFU-Therapie

» Hormontherapie

Offene Totalentfernung der Prostata

Der Goldstandard glänzt nicht mehr

Diese Methode setzen wir im PZNW nicht mehr ein. Erwähnt wird diese Therapieform daher nur noch der Vollständigkeit halber. Die offene Prostatektomie ist die klassische Form der Prostataentfernung, da nur sie früher dem Operateur volle Sicht und direkte Kontrolle der Operationsschritte ermöglichte. Der Zugang zur Prostata erfolgt entweder über einen Hautschnitt am Damm (Perineum) oder vom Bauch aus. Auch wenn diese Form des Eingriffs am besten untersucht ist, ziehen wir die roboterassistierte Methode vor. Schließlich bietet sie eine Vielzahl wesentlicher Vorteile: weniger Blutverlust, geringeres Infektionsrisiko, seltene Wundheilungsstörungen, geringe Belastung der Patienten, kürzerer Heilungsprozess. Hinzu kommt, dass sich die Prognose für die Patienten durch die minimal-invasiven Eingriffe zu verbessern scheint – vorausgesetzt, die Operation wird von einem erfahrenen Operateur und in einem Zentrum mit hohen Fallzahlen durchgeführt.

Minimal-invasive Totalentfernung der Prostata

Schonend, aber ungenauer

Bei der laparoskopischen, minimal-invasiven Totalentfernung der Prostata führt der Operateur spezielle Instrumente durch kleine Schnitte ein – unter anderem eine Kamera, mit der er die Instrumente unter Videokontrolle führen kann. Im Gegensatz zur offenen Operation ist dieses Verfahren deutlich schonender für unsere Patienten. Es erfordert allerdings die entsprechende Ausbildung und ist im Vergleich zur offenen Operation mit mehr Aufwand und höheren Kosten verbunden. Im Vergleich zum da Vinci-System fehlt vor allem die dreidimensionale Darstellung sowie das zusätzliche Maß an Präzision.

Brachytherapie

Angriff aus nächster Nähe

Bei der Brachytherapie werden die Tumoren direkt auf der Körperoberfläche, im Gewebe oder in Körperhöhlen aus kurzer Entfernung radioaktiv bestrahlt. Unterschieden werden zwei Formen dieser inneren Bestrahlung – das sogenannte Afterloading und die Seed-Implantation. Beim Afterloading wird das Tumorgewebe zunächst mit Führungsschläuchen, Hohlröhren oder Hohlnadeln „gespickt”. Durch diese werden dann die Strahlungsquellen in den Tumor eingebracht und verbleiben dort für die Behandlungsdauer. Eingesetzt wird das Afterloading nicht nur bei der Behandlung von Prostatakrebs, sondern beispielsweise auch bei Mundboden-, Speiseröhren- und Karzinomen im HNO-Bereich sowie Brustkrebs und gynäkologischen Tumoren. Beim Prostatakrebs wird das Afterloading – wie auch bei verschiedenen anderen Krebsarten – oft mit externer Bestrahlung kombiniert. Die Seed-Implantation verwendet demgegenüber niedrigdosierte radioaktive Implantate, die in den Tumor eingepflanzt werden und ihn von innen zerstören.

 

Äußere Bestrahlung

Punktlandung im Bestrahlungsfeld

Bei der externen, sogenannten „Perkutanen 3D-geplanten konformalen Bestrahlung“, wird das Tumorgewebe von außen durch die Haut bestrahlt. Um auch hier das umliegende Gewebe zu schonen, wird das Bestrahlungsfeld vorab mit Hilfe einer Computertomographie exakt berechnet und anschließend in Einzeldosen von nur wenigen Sekunden bzw. Minuten bestrahlt. Ausgeführt werden die externen Bestrahlungen bei einem langjährigen Kooperationspartner. Nach wie vor wirkt sich die Bestrahlung auf das Allgemeinbefinden aus – insbesondere im unmittelbaren Umfeld des Tumors. Im Falle der Prostata kann es zu Reizungen von Enddarm, Blase und des für die Erektion zuständigen Gefäßbündels kommen.

 

HIFU-Therapie

Mit Schall gegen den Tumor

HIFU steht für „Hochintensiver Fokussierter Ultraschall“. Mit dieser minimal-invasiven Behandlungsmethode bündeln wir Ultraschallwellen und nutzen die dadurch entstehende Wärme von 80–100 °C, um das vom Krebs befallene Gewebe zu zerstören. Nach millimetergenauer, computergestützter Planung des Behandlungsfelds wird unter Narkose eine Ultraschallsonde durch den Enddarm eingeführt.

Durch ihre intensive, aber präzise Bestrahlung eignet sich die HIFU-Therapie insbesondere bei lokal begrenztem Prostatakrebs. Sie ist auch  im Fall eines erneut auftretenden Prostatatumors (Rezidiv) oder bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen geeignet.

Wir führen die HIFU-Therapie in der Regel in Verbindung mit einer Ausschabung der Harnröhre  (Transurethrale Prostata-Resektion, TUR) durch, um sicherzugehen, dass wirklich das gesamte befallene Gewebe vernichtet wird. Am PZNW setzen wir die HIFU-Therapie seit mehr als fünf Jahren ein – allerdings nur im Rahmen von Studien, da die Richtlinien die HiFU-Therapie derzeit noch als experimentelles Verfahren einstufen.

Hormontherapie

Keine Heilung, aber langsameres Wachstum

Das Zellwachstum des Prostatatumors hängt meist elementar von Hormonen ab – insbesondere von Testosteron. Entsprechend setzt der kurz als „Hormontherapie“ bezeichnete Behandlungsansatz auf Hormonentzug bzw. Verabreichung von Gegenhormonen. Diese greifen an unterschiedlichen Stellen an, haben aber ein gemeinsames Ziel: die Verlangsamung des Tumorwachstums. Auch die vom Tumor ausgehenden Beschwerden werden meist spürbar gelindert.

Eine Heilung ist mit der Hormontherapie allerdings nicht möglich. Deshalb setzen wir die Hormontherapie vor allem beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom ein oder falls alle anderen Therapiemöglichkeiten nicht infrage kommen.

Behandelt wird mit Tabletten oder in Form von Spritzen, mit deren Hilfe Medikamentendepots unter der Haut angelegt werden, die sich langsam abbauen und die Intervalle zwischen den Spritzen dadurch verlängern.

Die Hormontherapie ist keine riskante Therapie. Typische Nebenwirkungen sind etwa Hitzewallungen und sexuelles Desinteresse bis hin zur Unfruchtbarkeit. Den Symptomen kann zwar unter anderem durch Sport entgegengewirkt werden. Gleichwohl steht etwa ein Kinderwunsch diesem Behandlungsansatz entgegen.