Operation mit da Vinci

Immer noch revolutionär

Mit dem Namen des bedeutendsten Universalgelehrten aller Zeiten erhebt das da Vinci-System einen hohen Anspruch. Den kann es jedoch halten. Das hochentwickelte System verschafft uns die Möglichkeit, extrem präzise und schonende Prostatakrebsoperationen durchzuführen.

Dr. Jörn H. Witt war deutschlandweit der erste Operateur, der nach intensivem Training in den USA 2006 die da Vinci-Prostatektomie zum Klinikstandard gemacht hat und damit den Weg frei machte für den Erfolg dieses Verfahrens auch in Deutschland. Mittlerweile kommen jedes Jahr mehr als  1.200 Patienten aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland in das St. Antonius-Hospital Gronau, um sich hier operieren zu lassen. In den USA wurden bereits 55.000 Patienten renommierter Krankenhäuser, wie dem Johns Hopkins Hospital oder der Mayo Clinic, mit Hilfe dieses Systems operiert.

Die guten Ergebnisse haben dazu geführt, dass sich das Anwendungsspektrum des da Vinci-Systems kontinuierlich erweitert. Aktuell setzen wir es für Eingriffe in folgenden Bereichen ein:

  • Prostata (daVinci-Prostatektomie)
  • Nebenniere (Adrenalektomie)
  • Niere (z.B. Nieren- oder Nierenteilentfernung)
  • Nierenbecken/Harnleiter (z.B. Nierenbeckenplastik)
  • Blase (Zystektomie, Divertikulektomie)
  • Samenleiter (z.B. Vaso-Vasostomie)
  • Gebärmutterentfernung (Hysterektomie)
  • Myomentfernung (Myomektomie

Von Hand gesteuert, vom Computer optimiert

Das da Vinci-System besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: der Bedienkonsole aufseiten des Operateurs und den Instrumenten und der Optik auf der Seite des Patienten. Der Arzt befindet sich damit zwar im selben Raum wie der Patient, steht aber nicht, wie sonst üblich, direkt am OP-Tisch.

In der Bedienkonsole befindet sich das optische System, mit dessen Hilfe der operierende Arzt das Operationsgebiet vergrößert und dreidimensional sieht. Mit zwei speziellen Handgriffen lassen sich nun die Instrumente auf der Seite des Patienten exakt und komfortabel steuern.

Für unsere Patienten bedeutet ein Eingriff mit dem da Vinci-System vor allem höchste Präzision und damit den entscheidenden Schritt, um Risiken wie Impotenz und Inkontinenz zu minimieren. Für das  da Vinci-System sprechen darüber hinaus aber auch der kürzere Krankenhausaufenthalt, die geringen Schmerzen, ein niedrigerer Blutverlust, kleinere Operationsnarben und schnellere Erholung. Und wir arbeiten kontinuierlich daran, die Ergebnisse für unsere Patienten zu verbessern. Ein zentraler Punkt ist dabei der international standardisierte Lebensqualitätsbogen. Mit ihm kontrollieren wir die Entwicklung der Lebensqualität über mindestens drei Jahre nach der Therapie anhand von 390 Datenpunkten pro Patient.

Das da Vinci-System ist ein hoch präzises Instrument, das sich intuitiv bedienen lässt und höchste technische Leistung bietet. Dafür sorgt unter die Optik, die dem Operateur dank dreidimensionaler Sicht und 10–20-facher Vergrößerung die Strukturen und Gewebsschichten optimale Bedingungen bietet. Auch hier ist die bei der offenen Operation verwendete Lupenbrille mit maximal 3,5-facher Vergrößerung deutlich unterlegen. Ein weiterer Vorteil sind die  Instrumente: Sie haben gerade einmal einen Durchmesser von acht Millimetern, sind dabei aber  abwinkelbar und lassen sich wie die eigenen Handgelenke bei der offenen Operation bewegen – nur dass sich die Bewegungen im Gegensatz zum menschlichen  Handgelenk wesentlich feiner einstellen lassen und somit präziser werden. Dazu gehört natürlich auch der Ausgleich des natürlichen leichten „Zitterns“ der menschlichen Hand. Doch bei aller Technik und Computerunterstützung: Jede Bewegung der Instrumente, jeder Schritt während der Operation wird vom operierenden Arzt kontrolliert und direkt ausgeführt. Das System kann weder programmiert werden noch eigenständige Systembewegungen vornehmen. Der Arzt bleibt also der verantwortliche und entscheidende Operateur. Unterm Strich kombiniert das da Vinci-System die Vorteile der offenen Chirurgie mit denen des minimal-invasiven Eingriffs – zum Nutzen des Arztes und seines Teams und natürlich zum Wohle unserer Patienten.